Sonne, Mond und Erde stehen bei jeder Sonnenfinsternis in einer Linie — das allein reicht aber nicht. Warum es trotzdem nicht bei jedem Neumond dunkel wird und was Kernschatten und Halbschatten damit zu tun haben, zeigt die Animation weiter unten: Bewege den Regler und beobachte, wann der Mondschatten die Erde trifft.
Bei jedem Neumond befindet sich der Mond zwischen Sonne und Erde. Normalerweise zieht sein Schatten dabei knapp oberhalb oder unterhalb der Erde ins Weltall vorbei — deshalb bleibt es an den allermeisten Neumond-Tagen einfach hell. Nur wenn Sonne, Mond und Erde wirklich exakt (oder nahezu exakt) in einer Linie stehen, fällt der Mondschatten tatsächlich auf die Erdoberfläche. Von dort aus gesehen schiebt sich in diesem Moment die Mondscheibe vor die Sonnenscheibe — das ist eine Sonnenfinsternis.
Die Bahn des Mondes um die Erde liegt nicht in derselben Ebene wie die Bahn der Erde um die Sonne (die sogenannte Ekliptik) — sie ist um etwa 5,1° dagegen geneigt. Dadurch verläuft der Mond bei den meisten Neumonden ein Stück ober- oder unterhalb der gedachten Linie Sonne–Erde, und sein Schatten schießt ins All statt auf die Erde zu treffen.
Eine Finsternis ist nur möglich, wenn der Neumond in der Nähe eines der beiden Knotenpunkte stattfindet — jener Stellen, an denen die geneigte Mondbahn die Ekliptik kreuzt. Das trifft nur etwa zweimal im Jahr zu, in sogenannten Finsternis-Perioden. Der Regler in der Animation oben steuert genau diesen Abstand: Bei 0° liegt der Neumond direkt auf dem Knotenpunkt und der Schatten trifft die Erde bei jedem Umlauf. Je weiter der Regler nach rechts wandert, desto deutlicher verfehlt der Schatten die Erde — genauso, wie es an den meisten Monaten des Jahres tatsächlich passiert.
Der Mondschatten ist kein einheitlicher Fleck, sondern besteht aus zwei Bereichen. Im schmalen Kernschatten (Umbra) ist die Sonne komplett verdeckt — hier, und nur hier, ist die Finsternis total. Im deutlich größeren Halbschatten (Penumbra) rundherum blockiert der Mond nur einen Teil der Sonnenscheibe — hier ist sie nur partiell zu sehen.
Genau das erklärt die Finsternis vom 12. August 2026: Nur ein schmaler Streifen über Grönland, Island und Nordspanien liegt im Kernschatten und erlebt echte Totalität. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen dagegen im viel breiteren Halbschatten — dort bleibt es bei einer tiefen, aber partiellen Verfinsterung. Alle Uhrzeiten und Bedeckungsgrade für deine Stadt gibt es auf der Startseite.
Der Mond deckt die Sonne vollständig ab. Sichtbar nur in einem schmalen Streifen im Kernschatten — dort wird es für kurze Zeit dunkel und die Sonnenkorona erscheint als leuchtender Ring.
Die Sonne wird nur teilweise verdeckt, sichtbar im viel breiteren Halbschatten. So erlebt der deutschsprachige Raum die Finsternis am 12. August 2026.
Der Mond steht auf seiner leicht elliptischen Bahn weiter von der Erde entfernt und wirkt am Himmel kleiner als die Sonne — ein heller Ring, der sogenannte „Feuerring“, bleibt sichtbar.
Eine seltene Mischform: Je nachdem, von wo auf der Erde man zuschaut, erscheint dieselbe Finsternis entlang ihrer Zugbahn einmal ringförmig und einmal total.
Wann die nächsten dieser Ereignisse für Europa relevant werden — darunter eine echte Totalität 2027 und ein Feuerring 2028 — steht auf der Seite Nächste Sonnenfinsternisse.